Onverantwortlechen Gewerkschaftsbond!


Und wieder einmal geht das ganze Spiel von vorne los! Gerade erst wurde eine Strukturreform der Regierung, und zwar diejenige der Altersversicherung, in groben Zügen vorgestellt, schon erwacht auch der Torpedierungseifer der größten luxemburgischen Gewerkschaft wieder zum Leben. Für den OGBL ist der Regierungsvorschlag unannehmbar, da seinen internen Berechnungen zufolge insbesondere die jungen Leute länger arbeiten müssen, aber gleichzeitig weniger Rente bekommen. Das ist aber laut OGBL gar nicht nötig, da durch Beitragserhöhungen und Wegnahme der Deckelung sogar für jeden Rentenerhöhungen möglich sind!

Die CSJ zeigt sich von dieser kurzsichtigen Haltung des OGBL erschrocken. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich die größte Gewerkschaft des Landes vor jedem strukturellen Reformvorhaben durch eine grundsätzlich ablehnende Stellung ausgezeichnet. Dabei sind bei der geplanten Rentenreform noch nicht einmal alle Details bekannt!

Jedoch geht es dem OGBL schon lange nicht mehr darum mit Weitsicht die Zukunft unseres Landes konstruktiv vorzubereiten und die Frage zu klären, wie die kommenden Herausforderungen und Lasten solidarisch sowie gerecht zwischen den Generationen verteilt werden können. Ihr Vorsitzender gibt sogar öffentlich unumwunden zu, dass es keinen Sinn ergibt, sich Gedanken zu machen, wie unser Land in den nächsten 10 bis 20 Jahren aussehen könnte. Bei einem solchen Denkprozess würden nur unnütze Hypothesen und Untergangsszenarien erarbeitet, auf die niemand sich verlassen könne! Stattdessen ist der OGBL lieber zum Hüter des Status quo emporgestiegen und verlässt sich blind auf ein weiteres ständiges, im europäischen Vergleich außergewöhnlich starkes Anwachsen der Wirtschaft.

Im Bereich der Pensionen können Veränderungen jedoch nur fair und gerecht sein, wenn sie entweder lediglich minimale Auswirkungen haben, oder wenn sie es den Betroffenen erlauben, weit im Voraus vorzusorgen und diese rechtzeitig in ihre Lebensplanung mit einzubeziehen. Das Risiko unter kurzfristigen, brutalen Notkorrekturen leiden zu müssen, muss deshalb auch für die zukünftigen Generationen unter allen Umständen eingedämmt werden. So reicht es demnach nicht, nur für die nächsten 10 bis15 Jahre zu planen – dafür ist das Rentensystem ein insgesamt zu unflexibles Gebilde.

Denn, dass es für unser Land keine Garantie für einen konstant hohen Wirtschaftswachstum von 3-4% gibt, im Budget des Zentralstaates ein Loch von über einer Milliarde Euro klafft, die Staatsverschuldung bei 22% des BIP liegt und es hunderttausender neuer Arbeitsplätzen sowie Einwohner braucht, um allein die Finanzierung der sozialen Sicherheit zu gewährleisten, verschweigt die Gewerkschaft ganz bewusst.

Damit aber die lange Sicht und die Interessen der Jugend bei diesem wichtigen Reformvorhaben nicht zu kurz kommen, fordert die CSJ, dass die Jugend endlich über das aufgeklärt wird, was für sie, nicht nur im spezifischen Bereich der Pensionen, sondern auch im Hinblick auf die ganze, darauf notgedrungen folgende, Zukunftsgestaltung des Landes, auf dem Spiel steht.

Ferner wollen wir, dass sie zum gegebenen Zeitpunkt über die Rentenreform informiert und anschließend in einer großen öffentlichen Zukunftsdebatte als gleichberechtigter Partner mit einbezogen wird.

Dem OGBL raten wir, seinen Blick nicht nur auf das hier und heute zu richten! Ansonsten täte diese Gewerkschaft besser dran sich auch bis ins letzte Detail kohärent zu bleiben und ihren Namen der herrschenden Grundhaltung anzupassen: “OGBL: Onverantwortlechen Gewerkschaftsbond!”

Mitgeteilt vom CSJ-Nationalvorstand