Aus de Bezierker: CSJ-Osten, Schnelle Hilfe für Opfer von Missbrauch notwendig


In einer Zeit, in der immer wieder von Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zu hören ist, fällt auf, dass es hierzulande bis dato keine geeigneten Strukturen gibt, in denen die Opfer nicht nur geschützt sind, sondern auch schnellstmöglichst Hilfe bekommen.

Kinder und Jugendliche, die Opfer von Missbrauch jeglicher Art geworden sind, werden deshalb im Nachhinein oft mit unzähligen Strapazen konfrontiert. Indem sie im Rahmen der Aussagen gegenüber Polizisten, Psychologen und Jugendrichter immer wieder ihre Erlebnisse schildern müssen, werden sie ständig dem gleichen Stress ausgesetzt – eine Situation, die für die Kinder und Jugendlichen unerträglich ist…


Deshalb setzt die CSJ-Osten sich für die Einführung eines Kinder- und Jugendhauses ein, das den Bedürfnissen dieser Opfer gerecht wird, ohne sie weiteren, unnötigen Qualen auszusetzen. Ziel einer solchen Einrichtung ist, dem Heranwachsenden, im Falle eines Missbrauchsverdachts, ein sicheres und kinderfreundliches Umfeld bei der Befragung und dem Verhör zu bieten. Zudem soll damit vermieden werden, dass das Kind sich zu den verschiedenen Autoritäten begeben und diesen nacheinander seine Geschichte erzählen muss. Die erforderlichen Räumlichkeiten sollen den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen entsprechen und mit einem freundlich gestalteten Sprechzimmer mit Video- und DVD – Anlagen, einem Arztzimmer und Räumen für Treffen mit Kindern und Eltern ausgerüstet sein.

Als Personal stellen wir uns ein Team mit Sozialarbeitern und einem Psychologen vor. Ihre Hauptaufgaben könnten in der Verbesserung der Qualität der Sitzungen sowie der Kooperation zwischen den Autoritäten und den Erziehungsberechtigten bestehen.

Bei einem Verdacht auf Missbrauch soll eine Kinder- und Jugendschutzkonferenz bestehend aus Vertretern der Polizei (Jugendschutz), einem Arzt, einem Psychologen und einem Jugendrichter einberufen werden. Diese Zusammenarbeit kann das Wissen und die Erfahrungen der einzelnen Berufsgruppen zum Wohl für den Heranwachsenden miteinander verbinden.

Nach diesem ersten Zusammentreffen der Spezialisten wird das mögliche Opfer in dem mit Video- und DVD – Anlage ausgestatteten Raum von einer einzigen Person befragt. Das Expertenteam hat die Möglichkeit, das Gespräch, das ebenfalls auf Video aufgenommen wird, in einem separaten Raum zu verfolgen. Auch können sie ihre Fragen per Ohrstöpsel an den Interviewer weiterreichen. Diese Methode verringert die Anzahl der Einzelverhöre, die das Kinder zurzeit noch mitmachen muss.

Ziel einer solchen, dringend notwendigen Einrichtung ist, dass den Kindern und Jugendlichen im Falle eines Missbrauchs schnellstmöglichst geholfen wird.

Nichtsdestotrotz müssen Strukturen wie das “Meederchershaus”, die “Kanner- a JugendhëllefQ” sowie die Programme der Polizei weiterhin unterstützt werden.

Die CSJ-Osten begrüßt ebenfalls die Gesetzesvorlagen von Familienministerin Marie-Josée Jacobs betreffend die “Aide à l’enfance” sowie von Justizminister Luc Frieden betreffend den Opferschutz, welches wichtige Mittel sind zur Hilfestellung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, die Opfer von Missbrauch geworden sind.

CSJ-Osten