CSJ am Norden


Déi Jonk am Eislék.

E Kommentar vum Dan Roder?Null Bock?-Generation oder was?

Die Befindlichkeiten der Jugend im Nordbezirk

Wer das Wesen der Jugend erkunden und ihre Ansichten ergründen will muss sie befragen. Einen möglich umfassenden Eindruck ergibt sich dabei aus der Konsultation einer möglich großen Anzahl Heranwachsender innerhalb einer ganzen Region.

Auf diesen Weg der Meinungsforschung haben sich die Jugendparteien im Norden Luxemburgs mit der Erstellung der ?Jugendemfro Norden 2000? an der Schwelle zum aktuellen Jahrtausend begeben.

Befragt wurden über 1700 Jugendliche, vorwiegend im Alter zwischen 13 und 21 Jahren und herauskam, dass die Hypothese der Titelzeile dieses Aufsatzes keineswegs uneingeschränkt zutreffend ist.

Die Jugendlichen verfügen sehr wohl über konkrete Vorstellungen, wie ihr direktes Lebensumfeld sich zukünftig im Hinblick auf Arbeitsmarkt und Freizeitangebot entwickeln soll.

Doch der Einfluss auf die gestaltenden Kräfte der politischen Kaste erscheint den Schülern und Studenten oftmals wie eine Wand, gegen die sie unermüdlich ankämpfen müssen, um schlussendlich doch kein Gehör zu finden.

Zweischneidiges Schwert

Diese Wahrnehmung mag trügen oder nicht, sie gibt auf jeden Fall Anlass zum genaueren Zuhören. Einerseits wird die Missachtung der spezifischen Befindlichkeiten vorgeschoben, andererseits werden Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung kaum wahrgenommen ? nur ein verschwindend geringer Anteil der Befragten ist nämlich Mitglied einer Gruppierung des politischen Spektrums oder sonstigen Interessensvereinigung geschweige denn engagiert sich aktiv in einer solchen. Hinzu kommt der geringe Wissensstand über vorhandene Anlaufstellen für spezifische jugendliche Belange.

Mangelnder Wille zum sozialen Engagement, zur Gruppendynamik der ?Generation Fun? mag ein Grund hierfür sein. Oder aber erreichen die Jugendsektionen der politischen Bünde ihre Klientel nicht mehr richtig, da sie vielleicht nach aussen hin nur noch als hoffnungsloser Hort karrierebewusster Nachwuchspolitiker gelten. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen.

Überangebot der Möglichkeiten

Zugegebenermaßen haben generell alle Vereine, kultureller wie auch sportlicher Natur, seit vielen Jahren schon Probleme mit der Rekrutierung des geeigneten Nachwuchses. Eine Haupterklärung für dieses Phänomen liegt sicherlich und nicht zuletzt auch am Überangebot der Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, wie z.B. der Berieselung durch die audiovisuellen Medien, sei es Internet, Fernseher und auch Radio. Der Zustand der Reizüberflutung ist schon seit geraumer Zeit erreicht und die Jugendlichen benötigen mehr denn je Hilfestellung in der Auswahl dessen was sinnvoll und notwendig für ihre Entwicklung ist.

Durch die modernen Instrumente der elektronischen Kommunikation ist die Welt kleiner geworden und die darin lebenden Menschen sind einander näher zusammen gerückt. Allerdings nur scheinbar.

Zunehmende Entfremdung

Denn der Einsatz der besagten Formen der elektronischen Verständigung führt zunehmend zu einer nicht zu unterschätzenden Entfremdung nicht nur der Jugendlichen zueinander. Mehr denn je haben die Heranwachsenden das Problem, ihren den Fähigkeiten entsprechenden Platz im Gefüge der gesellschaftlichen Struktur zu finden, mehr denn je besteht die Gefahr, dass sozial schwächelnde und kontaktscheue Jugendliche ihre Rolle im Alltag verfehlen und ihr ganzes Leben an diesem Schicksal zu Leiden haben.

Herausforderung beiderseits

Politische (Jugend)parteien jeglicher Couleur und lokale Interessenvereinigungen, kultureller oder sportlicher Natur sehen sich gegenwärtig mehr denn je der Herausforderung gegenüber gestellt, den Jugendlichen das Freizeitangebot zu bieten, das sie anspricht.

Ohne Missachtung der eigenen Ideale, müssen sie die Heranwachsenden mit auf den Weg in eine Zukunft nehmen, die wieder mehr von Gemeinschaftsdenken und Nächstenliebe geprägt ist.

Doch dies kann nur funktionieren, wenn auch die Jugendlichen selbst willig sind, diesen Schritt mit zu gehen und die existenten Anlaufpunkte ausgiebig auf der Suche nach Mitbestimmung und der Forderung nach Unterstützung nutzen wollen.

Denn schließlich findet der Mensch in einer human geprägten Umgebung nach wie vor das beste Umfeld für ein individuell zufriedenes und glückliches Leben, indem er seine Begabungen frei entfalten kann.

Dan Roder

Präsident der CSJ Norden