Uni Lëtzebuerg


Die Gründung der Uni Lëtzebuerg soll voraussichtlich im Sommer 2003 stattfinden . Wie Hochschulministerin Hennicot-Schoepges am Donnerstag mitteilte, sei ein entsprechendes Gesetzesprojekt verabschiedet worden und befinde sich nunmehr auf dem Instanzenweg.

Für Hochschulministerin Erna Hennicot-Schoepges ist das Vorhaben Uni Lëtzebuerg kein Projekt wie jedes andere. Luxemburg müsse sich über seine zukünftige Rolle neue Gedanken machen und seine erfolgreiche Entwicklung weiter vorantreiben. Dabei sei die neue Hochschule einer der wichtigsten Meilensteine.

Eine besondere Rolle im Hochschulleben werden nach Auffassung der Ministerin die Sprachen bilden. So ist es vorgesehen, dass die Veranstaltungen auf Deutsch, Englisch und Französisch abgehalten werden, womit an die Studierenden entsprechende Anforderungen gestellt werden.

Keine Uni für Reiche

Was die Zugangsvoraussetzungen anbelangt, so sei es Sache der Hochschulleitung einzelne Fächer etwa mit einem numerus clausus zu beschränken. Generell genüge jedoch das Abitur. Allgemeine Studiengebühren sollen nicht anfallen. Wie Erna Hennicot-Schoepges ergänzte, plane man keinesfalls eine Uni für Reiche.

Wichtiger Bestandteil der einzelnen Studiengänge sei in jedem Fall der vorgeschriebene Auslandsaufenthalt. So sollen Physiker nicht nur Veranstaltungen in Luxemburg, sondern auch in Nancy, Saarbrücken und Lüttich besuchen. Die Uni Lëtzebuerg werde eine Hochschule in der Großregion sein, gleichzeitig jedoch eine hohe Eigenständigkeit behalten. Dabei sollen Lehre und Forschung verbunden werden . Auch die fächerübergreifende Zusammenarbeit sei ein wichtiger Gesichtspunkt, so dass etwa angehenden Ingenieuren auch kulturelle Aspekte nahe gebracht werden sollen.

Fakultäten an drei Standorten

Die Fakultäten, darunter Geisteswissenschaften, Wirtschaft und Recht sowie Natur und Kommunikationswissenschaften sollen sich auf die Standorte Walferdingen , Luxemburg und Esch-Belval verteilen. Als Abschlüsse sind Bachelor, Master und die Promotion (Doktor) vorgesehen, wobei man sich sowohl für eine beruflich orientierte als auch für eine akademische Laufbahn wird spezialisieren können.

Generell böten sich den zukünftig bis zu 8000 Studierenden hohe Mobilitätschancen , da man sich an der Universität konsequent an europäischen Maßstäben orientieren werde, so die Ministerin.

Erna Hennicot-Schoepges sprach sich am Donnerstag auch ausdrücklich für eine enge Kooperation der Hochschule mit der Privatwirtschaft aus. Eine moderne Uni müsse sich dem öffnen, ohne jedoch in eine Abhängigkeit zu geraten.