CSV Grondsazprogramm 2002


Unter dem Motto “Jidder Eenzelnen zielt” bezieht die CSV Stellung zu Streitfragen wie Globalisierung, Umweltschutz, Integration und Gentechnologie.

CSV Kongress: Samsden, 9. November

ëm 14 Auer zu Eiter am Centre culturelDer Mensch im Mittelpunkt

“Jidder Eenzelnen zielt” lautet die Überschrift des neuen CSV-Grundsatzprogrammes . Die Partei hat dabei versucht, ihre traditionellen Werte mit neuen Prinzipien wie Nachhaltigkeit und Globalisierung zu verbinden.

Das neue Grundsatzprogramm sei eine “Evolution, aber keine Revolution” , erklärte CSV-Generalsekretär Jean-Louis Schiltz, der am Donnerstagmorgen die Grundzüge des neuen Parteiprogramms vorstellte. Die Partei habe sich nach 28 Jahren neue Grundsätze geben wollen, um auf die welt- und gesellschaftspolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre zu reagieren.

Unter dem Motto “Jidder Eenzelnen zielt” bezieht die CSV Stellung zu Streitfragen wie Globalisierung, Umweltschutz, Integration und Gentechnologie.

Eine globalisierte Marktwirtschaft darf den Christdemokraten zufolge nicht gegen die Menschen und die künftigen Generationen gerichtet sein.

Neu im Programm enthalten ist ein Plädoyer für die Integration der ausländischen Bevölkerung. Sowohl die Luxemburger als auch die Nicht-Luxemburger müssten ihren Beitrag zu einer multikulturellen Gesellschaft leisten. Die doppelte Staatsbürgerschaft spiele eine wichtige Rolle bei der Eingliederung der ausländischen Mitbürger, erklärte Jean-Louis Schiltz.

Um einen Konflikt zwischen den Kulturen zu verhindern, setze sich die CSV für einen globalen Dialog der verschiedenen Religionen und Rassen ein. Ein solcher Dialog sei aber nur realistisch, wenn er mit einer sozialen Globalisierung einhergehe, meinte Schiltz. Nur wenn weltweit die gleichen sozialen Grundrechte gelten, könne ein Zusammenprall der Kulturen verhindert werden.

Das neue CSV-Grundsatzprogramm soll zwar modern sein, dennoch hat die Partei ihre traditionellen Werte nicht vernachlässigt. Im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen soll der Mensch stehen, hob Jean-Louis Schiltz hervor. Eine wichtige Rolle spiele nach wie vor das Solidaritätsprinzip. Jeder einzelne Bürger sei für das Wohl der Gemeinschaft mitverantwortlich.

Die CSV sage vorbehaltungslos ja zum Generationenvertrag, betonte Schiltz. Das Prinzip, dass die jüngere Generation für die Ruhestandsgelder der Rentner gerade stehe, sei ohne parteiinterne Diskussionen in das Grundsatzprogramm aufgenommen worden . Jean-Louis Schiltz zufolge darf man die Vorschläge von “selbsternannten Reflexionskreisen” nicht überbewerten. Er spielte damit auf die Forderung des parteinahen “Cercle Joseph Bech” an, der eine Abkehr vom klassischen Umlageverfahren gefordert hatte .

Partei der politischen Mitte

Mit dem neuen Programm beziehe die CSV eindeutig Stellung in der politischen Mitte , hob Jean-Louis Schiltz hervor. Die CSV verstehe sich nicht als katholische, sondern als christdemokratische Partei “im europäischen Sinn”. Sie sei offen für alle Menschen mit einem christlich-humanistischen Weltbild, ohne Rücksicht auf Konfessionen.

Das neue Grundsatzprogramm soll am 9. November auf dem Parteitag in Oetringen von den Parteimitgliedern angenommen werden. Bis dahin können die einzelnen Sektionen der Parteispitze Änderungsvorschläge unterbreiten.