Débat ”Landwirtschaft”


Landwirtschaft-Wirtschaftsland?
Subventiounen oder fräie Maart? Oekobaueren oder konventionell Baueren? etc… Eng Meenung!-Deng Meenung?: Wat méngs Du zu dësen Iddien?
Schréiw eis.
Landwirtschaft-Wirtschaftsland?
Subventiounen oder fräie Maart? Oekobaueren oder konventionell Baueren? etc… Eng Meenung!-Deng Meenung?: Wat méngs Du zu dësen Iddien?
Schréiw eis.

Die europäische Landwirtschaft wird ja eigentlich nur noch durch grosszüge Subventionen am Leben gehalten. Über 50% der europäischen Ausgaben fliessen in die Landwirtschaft.
Eigentlich müsste hier EU Wettbewerbskommissar Monti einschreiten um diesem unlauteren Wettbewerb ein Ende zu setzen. Denn, ist es normal dass ein einziger Wirtschaftszweig so grosszügig gefördert wird?
Doch was heisst hier fördern? Bedeutet fördern nicht eigentlich vorübergehend helfen um aus einer schwierigen Lage herauszukommen; fördern um auf ein höheres Level zu kommen; fördern um aus einer Talfahrt über den Berg zu kommen? Doch die Talfahrt der europäischen Landwirtschaft hält schon lange an, viel zu lange!
Denn viele Subventionen in der Agrarpolitik entbehren jeglicher ökonomischer Rationalität. Und es kann doch nicht sein daß die Erzeugung einzelner Produkte nur deshalb profitabel ist weil der Landwirt für den Anbau dieser Produkte eine Direktzahlung erhält. Dies führt nämlich dazu daß die Bauern sich den lukrativen Direktzahlungen anpassen, nicht aber dem Markt!
Kritik an Fischlers Reformvorschlägen Dass unser Landwirtschaftsminister Kritik an den Reformvorschlägen von Agrarkommissar Fischler übt wundert nicht, ist doch die Landwirtschaft Luxemburgs grösstenteils auf Subventionen von EU und Staat aufgebaut. Doch könnte Luxemburg die Reformvorschläge Fischlers konstruktiv nutzen und in der europäischen Landwirtschaft eine Vorreiterrolle übernehmen. Grob gesehen kann man die von Franz Fischler angestrebte Agrarreform in 3 Punkten resumieren:
– Subventionierung für Agrarwirtschaft die Rücksicht nimmt auf Umwelt, Tiere und das herzustellende Lebensmittel: Qualität auf allen Ebenen.
– Schrittweises modulieren der Direkthilfen um 3% pro Jahr, sowie maximal 300.000 ? Direkthilfen pro Jahr pro Hof.
– Abbau / Streichung der Subventionen für Getreide; Subventionierung für den Anbau von Energiepflanzen.
Dieses Maßnahmenpaket wird sicher viele erschrecken und zum Aufgeben bewegen. Doch anstatt zu kapitulieren sollte sich jeder Bauer fragen: Was pflanze ich auf meinem Boden an? Nutze ich die Erde effizient?
Agrarwirtschaft: eine Dreifelderwirtschaft
Auf dem ersten Feld der Dreifelderwirtschaft – die Lebensmittelproduktion – hat Luxemburg, anders als viele EU-Mitgliedsstaaten bereits gut reagiert.
Die Lebensmittelproduktion hat sich in den letzten Jahren stark regional organisiert und kontrolliert. So behält Luxemburg einen Teil der Wertschöpfung seiner Landwirtschaft. Doch auch in Luxemburg könnte der Bauer noch mehr allein oder im Verbund mit anderen nicht nur Produzent sondern auch Vertreiber seiner eigenen Produkte sein. Nicht nur Produktion ist angesagt sondern auch Verarbeitung. Verarbeitung zu regional typischen Produkten, Spezialitäten die für Qualität bürgen, die gezielt an Kunden in Luxemburg sowie ins EU-Ausland verkauft werden könnte. Hilfestellung kann und muss hier ?E-Luxemburg? bieten, um die nötige Infrastruktur bereitzustellen. So könnten die Bauern als Urproduzenten wieder an ihrem eigenen Produkt verdienen. Positive Beispiele und Entwicklungen gibt es in Luxemburg, um nur einen zu nennen, das Label ?…. vum Séi?. Andere sind auf dem Weg und in Planung. Sicher sind diese ausbau- und verbesserungsfähig. Traditionell, regional und qualitativ hochwertiges hat seinen Preis, hier muss der Kunde umerzogen werden. Doch Hilfestellung bieten hier die zahlreichen Lebensmittelskandale – wenn auch der Kunde schnell vergisst!
Grünes Zentrum im Norden: Forschung für die Landwirtschaft
Das zweite Feld der Dreifelderwirtschaft umfasst das Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. Hier liegt akuter Handlungsbedarf der EU und die Chance Luxemburgs durch gezielte Forschung, Förderung und Nutzung. Auch in Luxemburg wird Raps für Biodiesel angebaut. Doch auch hier gibt es viel zu Forschen und zu verbessern. Eigentlich eine Chance für die neue Universität oder das sogannte grüne Zentrum das sich im Norden des Landes ansiedeln könnte. Hier könnte Luxemburg sich akitv an der Forschung im Bereich der Landwirtschaft beteiligen und eine Vorreiterrolle in der EU übernehmen. Daß es viel zu forschen und zu experimentieren gibt beweisen beispielsweise Konzepte das Bioöl nicht nur aus der reifen Frucht zu gewinnen sondern die ganze, noch grüne Pflanze zu verwerten, dann wenn sie am meisten Masse hat. Dadurch wird eine günstigere Ökobilanz aufgewiesen. Der frühere Erntezeitpunkt ermöglicht zwei Kulturen pro Jahr. Bilanz des Hektarertrages: vorher rund 1,5 Tonnen Ölsaat gegenüber jetzt 20 Tonnen Grünmasse aus der ganzen Rapspflanze: auf Treibstoff bezogen die 4 bis 6fache Menge. Auch andere Nutzpflanzen könnten ähnliche Ergebnisse liefern.
Pflanzenchemie kontra Chemie auf Erdölbasis
Das dritte Feld der Dreifelderwirtschaft basiert darauf die Biomasse auch für die Pflanzenchemie zu nutzen, denn in Sträucher, Gras und Abfällen steckt viel Energie und Potenzial. Nicht nur Verarbeitungsreste sondern auch Teile der Produkte selbst können genutzt werden. ?So bietet Leinsamen beispielsweise Öl, Fasern, Wachse aus den Spelzen und Eiweißfutter aus dem Presskuchen. Einen solchen Kosmos der Nutzungsmöglichkeiten böten Tausende von Pflanzen?, so der Chemiker Hermann Fischer. ?Ganz ohne Gentechnik. Nicht nur wegen ihrer perfekten Einbindung in ökologische Kreisläufe liegt die Pflanzenchemie vorn. Während Erdöl erst nach vielen, mit hohem Energieverbrauch und durch aggressive Chemikalien ausgelösten komplizierten Umwandlungsschritten Grunstoffe liefert, seien Pflanzen leicht nutzbar für Lacke, Kleber, Farben, Werkstoffe?.
Auf diesem dritten Feld der Dreifelderwirtschaft gibt es wohl noch den grössten Forschungsbedarf. Hier könnte Luxemburg einsteigen und sich einen neuen Wirtschaftszweig eröffnen. Auch die EU insgesamt täte gut daran sich intensiv der Pflanzenchemie zu widmen. Denn so wäre eine langsame Loslösung der EU von den Erdölnationen möglich. Insgesamt soll es in der Landwirtschaft um eine ganzheitliche Landwirtschaft gehen um so das gesamte Spektrum auszunutzen und die Rentabilität zu erhöhen. Weg von einer Überlebenssubventionierung, hin zu einer Subventionierung die wahre Förderung bedeutet!
Patrick De Rond patrick.derond@education.lu