Für eine attraktive und lebendige Hauptstadt


Die Stadt Luxemburg hat sich in den letzten Jahren zum wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt der Großregion entwickelt. Davon zeugen unter anderem die hunderttausenden Grenzpendler die Tag ein, Tag aus in der Hauptstadt ihrer Arbeit nachgehen, sowie das breit gefächerte Kulturangebot, das seit geringer Zeit einen regelrechten Boom erlebt.


Die wirtschaftliche und kulturelle Anziehungskraft der Hauptstadt, können trotzdem nicht darüber hinweg täuschen, dass gegen Abend, nach dem Abzug des riesigen Arbeitertrosses, die Stadt leblos wirkt. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, ist die CSJ-Stad der Meinung, dass die Gesamtattraktivität der Hauptstadt, neben einem erweiterten Angebot an bezahlbarem Wohnraum, durch eine verstärkte Differenzierung und Förderung der Geschäftswelt, gesteigert werden kann.

So unterstützt die CSJ-Stad das Vorhaben der Regierung, das Land und seine Hauptstadt, zum zukünftigen Einkaufszentrum der Großregion zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es jedoch grundlegender Veränderungen. So fordert die CSJ-Stad längere und flexiblere Ladenöffnungszeiten. Dazu zählt auch, dass die Geschäfte der Stadt die Möglichkeit erhalten, das ganze Jahr über, auch sonntags ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Unumgänglich für die Aufwertung des Stadtkerns ist jedoch ein großflächiges Einkaufszentrum. Die CSJ begrüßt deshalb die Initiative, das Gebiet um den “Centre Hamilius”, für diesen Zweck umzugestalten. Für die CSJ-Stad drängt sich aber gleichzeitig eine Modernisierung des Busbahnhofs sowie dessen Unterführung an. Ferner muss endlich Bewegung in die Bauvorhaben auf der “Place de l’étoile” kommen, damit dieser urbanistische Schandfleck ein für allemal aus dem hauptstädtischen Erscheinungsbild verschwindet.

Die CSJ-Stad plädiert ebenfalls dafür, dass leer stehende Geschäftsräume, wie z.B. die Monopol-Gebäude, nicht mehr von ihren Besitzern zweckentfremdet werden, sondern dem Handel erhalten bleiben. Schließlich wäre der Schöffenrat auch gut beraten, sich für die Niederlassung einiger kleiner Lebensmittelläden mit großzügigen Öffnungszeiten, in den vom Personenverkehr geprägten Vierteln wie z.B. dem Bahnhofsviertel, stark zu machen.

Doch ungeachtet einer gesteigerten Attraktivität der Geschäftswelt, droht Luxemburgs Stadtkern mittelfristig auszusterben, falls keine Maßnahmen getroffen werden um für mehr erschwinglichen Wohnraum zu sorgen. Die CSJ-Stad appelliert deshalb eindringlich an den Schöffenrat, sich diesem Problem endlich mit der notwendigen Entschlossenheit zu widmen.

In diesem Zusammenhang fordert die CSJ-Stad, dass der gesamte Gemeinderat, der Regierung noch einmal deutlich vor Augen führt, dass die Hauptstadt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes und der Großregion, das Recht hat, mindestens eine Fakultät der Universität Luxemburg zu beherbergen. Die politischen Verantwortlichen dürfen sich die einmalige Gelegenheit, die Hauptstadt in eine lebendige Universitätsstadt zu verwandeln, nicht entgehen lassen und müssen sich nun nach einer Zeit des Schweigens, wieder vermehrt Gehör verschaffen.

CSJ-Stad

Luxemburg, den 29. Oktober 2007