Die Jugend in die Politik einbeziehen


Politische Jugendorganisationen und Kommunalwahlen (I)

Die Jugend in die Politik einbeziehen

Um jungen Menschen eine sichere Zukunft zu bieten, will die CSV auf Gemeindeebene sensibilisieren

VON STEVE REMESCH (Quelle Wort 02.08.05)

Die CSV setzt auf eine verantwortungsbewusste Jugendpolitik und eine aktivere Teilnahme der Jugend an politischen Entscheidungen. Neben den jugendspezifischen Themen will die CSJ auf Gemeindeebene für eine gesicherte Zukunft der heutigen Jugend sorgen.


Für den CSJ-Nationalpräsidenten Gilles Bley soll eine effiziente Jugendpolitik junge Menschen in den Mittelpunkt setzen und die Jugendlichen in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Die Politiker sollten sich hierbei nicht nur darauf berufen, was ihrer Meinung nach gut für die Jugend ist, sondern sich in die Haut des Jugendlichen hineinversetzen.


Entgegen dem, was allgemein unter Jugendpolitik verstanden wird, beschränke sich diese nicht auf die Errichtung von Skateparks und Jugendhäusern. Jede politische Entscheidung habe langfristige Auswirkungen auf die Jugend, denn die Jugendlichen von heute seien die Erwachsenen von Morgen. Deshalb sei es unumgänglich, der Jugend einen angemessenen Platz in der Politik zuzusprechen. Luxemburg sei in dieser Hinsicht eigentlich recht fortschrittlich, so der Vorsitzende der Christlichsozialen Jugend.

Service national de la jeunesse und Jugendministerium hätten in den letzen Jahren gute Arbeit geleistet. Besonders hervorzuheben, betont Gilles Bley, sind die Jugendforen, die im Zusammenspiel von Ministerien, Jugendparteien, der nationalen Schülerkonferenz und anderen Jugendorganisationen einen sehr positiven Dialog ermöglicht hätten.





Know-how durch Tradition


Auf die Frage hin, was die CSV der Jugend mehr biete als andere Parteien, betont Gilles Bley, dass die Kandidaten und Mitglieder der CSV aus sehr verschiedenen Gründen den Weg zu dieser Partei finden würden. Die Volkspartei wäre sehr offen und alle gesellschaftlichen Schichten seien vertreten. Man dürfe auch nicht vergessen, wie traditionsreich die CSV sei. Die großen und erfolgreichen Politiker, die Luxemburg hervorgebracht habe, seien fast ausschließlich aus den Reihen der CSV gekommen. Diese Leute hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass das Großherzogtum sich von einem der ärmsten zu einem der blühendsten Länder der Europäischen Union entwickelt habe. Das Know-how, das sich über Jahre angesammelt habe, könne der Jugend von heute nur Vorteile bieten. “Wir sind noch jung und deshalb können wir noch sehr viel lernen,” so der CSJ-Präsident.



Mitsprache & Eigeninitiative


Die CSJ biete der Jugend keine “Blannemännercherspolitik”, sondern Nachhaltigkeit in allen Bereichen. Zu den Prioritäten bei den Wahlen am 9. Oktober gehöre es, die Stimme der Jugend in den Gemeinden weitaus mehr zur Geltung zu bringen. Die Integration ausländischer Mitbürger liege auch in der Hand der Jugend und somit werde man sich dafür einsetzen, die hierfür notwendigen Infrastrukturen zu schaffen. In Sachen Wohnungsbau soll es jungen Leuten einfacher gemacht werden, eigene vier Wände zu beziehen. Sozial verträgliche Wohnpreise sollen hier der Schlüssel sein. Des Weiteren will die CSJ Eigeninitiativen der Jugend weiter fördern. Der Ausbau des öffentlichen Transportes und eine angebrachte Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeiten sind weitere Programmpunkte. Das Rahmenprogramm zu den Kommunalwahlen ist derzeit noch in Vorbereitung und soll Anfang September vorgestellt werden.

Die CSJ bemühe sich, die Interessen aller Jugendlichen zu repräsentieren. In Luxemburg, so findet Gilles Bley, sei die organisierte Jugend im Allgemeinen gut vertreten. Jene jungen Leute, die sich nicht in Parteien, Clubs oder Vereinigungen verdingen, wären aber schwer zu erreichen.

Auch die Mutterpartei unterstützt Jugendliche dabei, in die Verantwortung der Gemeinde hineinzuwachsen. Eine dynamische Gemeinde brauche junge Menschen, die bereit sind, das Gemeinschaftsleben aktiv mitzugestalten, so steht es im Rahmenprogramm. Die CSV will besonders jene Veranstaltungen, Dienste und Einrichtungen unterstützen, die die demokratische Mitsprache und die persönliche Entfaltung der Jugendlichen ermöglichen. Des Weiteren sollen auch kommunale Jugendparlamente eingerichtet, gut funktionierende Jugendkommissionen eingesetzt sowie jugendtaugliche Infrastrukturen bereitgestellt werden.



CSV als Ansprechpartner


Sollten Jugendliche Fragen zu Politik und Gesellschaft haben, sollten sie nicht zögern, Mitglieder anzusprechen, um sich dann eine eigene Meinung zur Partei zu bilden. Die CSV sei offen für die Sorgen und Probleme der Jugend, betont Bley. Als Jungpolitiker innerhalb einer Partei, in der sehr eminente Persönlichkeiten vertreten sind, sei es zwar nicht immer einfach sich durchzusetzen, doch würde man stets auf ein offenes Ohr treffen.

Die Gemeindewahlen sieht Gilles Bley als optimale Gelegenheit, sich als Jungpolitiker zu bewähren. Die 22 CSJ-Sektionen, die nicht nur im Vorfeld der Wahlen in den Vordergrund treten würden, sondern übers ganze Jahr aktiv sind, erlauben permanente Bürgernähe. Somit würde es dann auch für Neueinsteiger und junge Politiker möglich, am politischen Geschehen teilzunehmen. Bei den letzten Kommunalwahlen ist die Christlichsoziale Jugend mit 117 Kandidaten angetreten. Davon wurden 31 gewählt.